Junges Kloster – BaumeisterKids
BaumeisterKids verlegen Ziegel auf dem neuen Klosterdach

Echte Ziegel. Echte Handarbeit. Echte Begeisterung.

An diesen aufregenden Nachmittag erinnern sich die Baumeister Kids des Klosters Wiedenbrück bestimmt noch lange. Sie konnten sich nämlich als Dachdecker beweisen und hoch oben Ziegel auf das neue Dach des Klosters anbringen. 12 Kinder im Alter zwischen 8 und 13 Jahren wurden mit Bauhelm, Arbeitshandschuhen und Warnweste ausgestattet und kletterten die Leitern bis zum Dach hinauf. Begleitet wurden sie dabei von Georg Effertz, der die Idee dazu hatte, den Kindern einmal den Beruf des Dachdeckers hautnah näherzubringen.

Lars Effertz und Architekt Mirko Moch unterstützten den Kreishandwerksmeister, der in seiner traditionellen Zimmermannskluft gekommen war.

Georg Effertz erklärt den Kindern anschaulich den Beruf des Dachdeckers.

Vom Körnersäckchen zum echten Ziegel

Zunächst lernten die Kinder in einer „Trockenübung“, wie gut es funktioniert, sich die Dachziegel zuzuwerfen, statt jeden Weg zu gehen. Geübt wurde mit Körnersäckchen. Anschließend wurde ein Drahtkorb mit Ziegeln beladen und per Kran nach oben befördert. Dabei handelte es sich nicht um irgendwelche Dachziegel, sondern um einen Teil der insgesamt 260 persönlich beschrifteten Ziegel, die Menschen aus der Stadt und der Umgebung mit guten Wünschen, Gedanken, Grüßen, Bildern, Signaturen und herzerwärmenden Sprüchen versehen hatten.

„Es war schön zu sehen, wie die Menschen damit
unsere Ausstattung der Dachbodenräume unterstützen wollten,
jemand hatte sogar ein Kochrezept darauf verewigt.“

Bettina Windau, Vorstand Kloster Wiedenbrück

Theo, Klara und Ida unterschreiben auf einem Dachziegel, bevor er verlegt wird.

Schnell gelernt – und stolz aufs Ergebnis

Oben angekommen, erklärte Georg Effertz den Kindern, wie die Dachziegel verlegt werden und warum sie so viele Rillen und Einbuchtungen haben. Zur Verlegung musste er aber nicht viel erklären. Die jungen Baumeister hatten den Dreh schnell raus. Mit Recht stolz waren sie, als sie im Nu die Dachziegel verlegt hatten. Den Rest übernimmt jetzt die Firma Effertz.

Eine weitere Überraschung gab es, als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Effertz überreichte in seiner Funktion als Kreishandwerksmeister den Kindern eine unterzeichnete personalisierte Urkunde, auf der stand, dass die Arbeit nach Überprüfung einwandfrei und meisterhaft gewesen sei. Da waren sie alle mächtig stolz. In ihrem BaumeisterKids-Büro trugen sie die Erfahrungen des Nachmittages in ihr Bautagebuch ein.

„Ich hatte mir das Dachdecken viel schwieriger vorgestellt“, meinte Klara am Ende. Vor der Menge der Dachziegel, die jetzt noch von den Profis verlegt werden müssen, haben sie jedoch allesamt Respekt. Es sind ganz schön viele.

Vom Modell zur echten Baustelle

Die BaumeisterKids treffen sich seit dem letzten Herbst regelmäßig, um als Kinder-Bautruppe den Fortschritt der Baustelle zu verfolgen. Bei jedem Treffen erhalten sie eine Führung, begleitet von Pädagogin Wiebke Moch. Gemeinsam haben sie bereits einen kleinen Kran gebaut und an einem Dachmodell geübt, wie das Dachdecken funktioniert. Außerdem beschäftigen sie sich mit Treppen und Aufzügen sowie mit Farben, Texturen, Leitungen und Rohren. Bis zur Fertigstellung werden sie sich insgesamt rund zehnmal treffen.

Entstanden ist diese Gruppe aus dem Jungen Kloster, ein Projekt, das vom NRW-Landesprogramm „Dritte Orte“ gefördert wird: