Baustelle und Begegnung:
Das Kloster feiert Bau-Fortschritt

Bau liegt im Zeitplan

Am 28. Januar 2026 herrschte im Kloster Feststimmung – draußen lag Schnee, und ein Gerüst umgab das Gebäude. Das Kloster Wiedenbrück lud zu einem „Baustellenfest“ ein. Freiwillige und Hauptamtliche, Förderer und Spender, Vertreter der Stadt, der Architekt und die Handwerker kamen zusammen, um den Fortschritt der Arbeiten zu feiern.
Das Kloster erhält einen barrierefreien Eingang, neue Sanitärbereiche, einen größeren Aufzug und im Dachgeschoss zwei großzügige Veranstaltungsräume.

Der Umbau begann im August 2025. Trotz wechselhaften Wetters liegt das Projekt im Zeitplan, berichtete Architekt Mirco Moch. Sobald das Wetter es zulässt, wird das Dach neu gedeckt. Eine Wärmepumpe wird das Dachgeschoss beheizen. Dank der Dämmung bleiben die Räume auch bei Hitze nutzbar. Die massiven Mauern im Erdgeschoss sorgen für angenehme Kühle. Diese klimaresilienten Zonen sind wichtige Bestandteile des Förderprogramms.

Stellvertretende Bürgermeisterin Gabriele Bremke-Moenikes, Georg Effertz, Bettina Windau und Sonja Rakete (Kloster Wiedenbrück), Architekt Mirco Moch.

Fördermittel im Rahmen des ISEK

Marc S. Heidfeld, Ansprechpartner der Stadt für das ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept), erklärte den Gästen die Hintergründe. Die Klostersanierung ist Teil des Gesamtkonzepts für die Wiedenbrücker Innenstadt. Von den förderfähigen Kosten in Höhe von 3,17 Millionen Euro werden 70 Prozent durch EU, Bund und Land getragen. Zehn Prozent übernimmt die Stadt, die restlichen 20 Prozent das Kloster. Das ISEK zielt u. a. darauf ab, das historische baukulturelle Erbe zu bewahren, den Standort als touristisches Ziel zu stärken und eine lebendige Gemeinschaft für alle Altersgruppen zu fördern – Ziele, die das Klosterprojekt besonders erfüllt.

Schreib Geschichte auf dem Klosterdach
Die Ziegelaktion läuft weiter: Jeder kann einen Dachziegel mit Namen, Wunsch, Gedicht oder Zeichnung gestalten – für zehn Euro. Noch bleibt Zeit, sich zu beteiligen.

Gerd Alfers (Kloster, Team Handwerken) und Georg Effertz.

Humorvolle Erinnerungen an frühere Dachsanierung

Georg Effertz, Dachdeckermeister und Handwerksunternehmer im Ruhestand, engagiert sich stark im Kloster. Beim Baustellenfest sprach er für die beteiligten Handwerker und betonte ihren Stolz auf die Mitarbeit an diesem Projekt.

In einer Anekdote erinnerte er an die Dachsanierung in den 1970er Jahren. Damals arbeitete er als junger Zimmerer mit zahlreichen Helfern – darunter Priester und Franziskanerbrüder, die ihre Ordenskleidung gegen Zimmermannskluft tauschten. Auch heute unterstützen viele Freiwillige die Profis. Als Anerkennung und Geschenk der Handwerksbetriebe überreichte Effertz einen gut ausgestatteten Werkzeugkoffer. Stellvertretend nahm Gerd Alfers ihn entgegen.

Warum das Kloster der Stadt nützt

Die stellvertretende Bürgermeisterin Gabriele Bremke-Moenikes hob die Bedeutung des Klosters hervor. Es sei ein Ort der Begegnung, an dem Menschen unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation zusammenkommen. Die aktuellen Baumaßnahmen seien ein weiterer Schritt hin zu einem vielseitig nutzbaren, offenen Haus.

Auch Architekt Mirco Moch verbindet inzwischen eine persönliche Beziehung mit dem Ort. „Ich gehe mal ins Kloster“, sage er oft – und meint damit einen lebendigen Treffpunkt, an dem gespielt, gelacht, gewerkelt und gebacken wird. Trotz der Arbeit kommt er hier zur Ruhe. Besonders freut ihn die enge Zusammenarbeit mit vielen regionalen Handwerksbetrieben.

Großes Interesse an der Baustelle

Beim Baustellenfest nutzten die Gäste die Gelegenheit, die Räume zu besichtigen, Ideen für die spätere Nutzung einzubringen und mit den „BaumeisterKids“ ins Gespräch zu kommen. Das Vorstandsteam dankte allen Beteiligten für ihr Engagement.
Die Fertigstellung ist für das Jahresende geplant – nach aktuellem Stand ein realistisches Ziel.

Wir danken allen Unternehmen und Personen, die bisher mit Spenden, Rat und Tat unterstützt haben sowie unseren Förderern:

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