Ausstellung: Nellja Wagner – Wenn Farbe zur Sprache wird
Malen ist für Nellja Wagner keine Technik. Es ist Übersetzung. Zwischen dem, was sie sieht, und dem, was sie fühlt, liegt das Papier – und der Pinsel, der beides gleichzeitig hält. Ihre Bilder entstehen nicht am Schreibtisch. Sie entstehen in dem Moment, in dem die Wahrnehmung drängt und die Hand antwortet.
Nellja hat Illustration studiert, aber ihre Bilder folgen keiner Aufgabe. Eisfelder kurz vor dem Tauen, Moorlandschaften im Zwielicht, Innenräume, die nach Arbeit riechen, Motive, die sie nicht wählt, weil sie schön sind, sondern weil sie etwas in ihr berühren, das nach außen will. Das Entblößen ihres Inneren macht ihre Arbeit ungeschützt und genau deshalb stark.
Acryl und Aquarell, Papier und Leinwand, sie bewegt sich zwischen Materialien, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Das Zupackende und das Fließende. Der Strich, der sitzt, und der, der sucht. Beides gehört zu ihr.
Seit Jahren unterrichtet sie andere Menschen im Malen, nicht im Treffen von Formen, sondern im Vertrauen in die eigene Wahrnehmung. Wer das einmal gelernt hat, sieht die Welt anders.
Im Ausstellungsflur des Klosters Wiedenbrück zeigt Nellja Wagner ihre Arbeiten zum ersten Mal öffentlich. Bilder, die nicht dekorieren wollen. Die etwas sagen.
Die Ausstellung wird am 04. Juli 2026 ab 17 Uhr mit einer Vernissage eröffnett.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.